Dorfleben

Von Frank Pubantz

Nordkureir

Hier lebt es sich in MV angeblich am besten


Idylle pur: Robert Tietze, Bürgermeister von Buchholz, südlich der Müritz


Die Vögel zwitschern im kleinen Ort Buchholz südlich der Müritz. Rund 120 Menschen leben hier. Es gibt eine Gaststätte, Ferienwohnungen, eine Badestelle. Sonst: viel Sonne, frische Luft und Ruhe. Brandenburg ist drei Kilometer entfernt. Hauptbahnhof, Klinik, Gymnasium – so etwas hat Buchholz nicht. Daher landet das Dorf in einem bundesweiten Vergleich zur Versorgung aller 10.817 Gemeinden auf einem der letzten Plätze. Konkret Rang 10.797 – die 21 von hinten.

Bürgermeister Robert Tietze (41) stört das nicht. „Ich nehme das sportlich“, sagt er. Bei einer Tour durch das Dorf grüßt Tietze, jeden, den er sieht. Er stamme aus der Region, habe in der Ferne studiert, sei mit Familie wieder zurückgekommen. „Weil es hier so schön dörflich ist.“ Seit 2019 ist er Bürgermeister. Der Zusammenhalt im Dorf sei gut.

Buchholzer Bürgermeister: Abgelegen, aber lebenswert

Auch wenn Buchholz in der Studie nicht gut wegkommt – Robert Tietze glaubt an die Vorteile seines Dorfes. Die Ruhe schätzten viele hier. „Wir haben jetzt Glasfaser“, sagt er. Das berücksichtige die Studie noch nicht; die Daten stammen von 2025. Und: Zwei Rufbussysteme gebe es – mit Freiwilligen. Man hält zusammen auf dem Dorf. Ja, der Mobilfunk sei schlecht, der Weg zu Ärzten weit. „Der nächste Supermarkt ist in Rechlin“, sagt Tietze. „Elf Kilometer.“